Die 3-2-1-Regel galt 20 Jahre. Doch 2026, angesichts von Ransomware, die selbst Online-Backups verschlüsselt, reicht sie nicht mehr. Der neue Standard heißt 3-2-1-1-0. Wir erklären jede Zahl und warum Ihr KMU darauf umstellen muss.
3 — Drei Kopien der Daten
Ihre Daten liegen an drei Orten: Produktion (Arbeitsplatz, Server), ein erstes lokales Backup (NAS, Storage) und ein zweites Off-Site-Backup (Cloud, Remote-Standort). Drei Kopien = drei Überlebenschancen.
2 — Zwei verschiedene Medien
Nicht drei Kopien auf demselben Speichertyp. Festplatte + Band, oder Festplatte + Cloud, oder lokal + entfernt. Die Medienvielfalt schützt vor gehäuften Hardware-Ausfällen (verseuchte Firmware, Serienfehler).
1 — Eine Off-Site-Kopie
Mindestens eine Kopie liegt nicht im Hauptgebäude. Souveräne Cloud (OVH, Outscale), Standort eines anderen Büros, Partner-Rechenzentrum. Schutz vor Feuer, Diebstahl, Hochwasser, größerem Schaden.
1 — Eine unveränderliche Kopie
Das ist die neue Säule gegen Ransomware. Eine Kopie wird im WORM-Modus (Write Once Read Many) gespeichert — für einen festgelegten Zeitraum nicht änder- oder löschbar, selbst durch einen kompromittierten Administrator. Moderne Lösungen (Veeam, Proxmox Backup Server, S3 Object Lock) unterstützen das nativ.
0 — Null Fehler nach Verifikation
Ein Backup nützt nur, wenn es wiederhergestellt werden kann. Regelmäßige automatische Integritätsprüfung + vierteljährlicher Wiederherstellungstest in einer Sandbox. Viele Unternehmen entdecken am Tag des Vorfalls, dass ihre Backups beschädigt sind. Der Test verhindert das.
Was kostet das gegenüber dem Verlust?
Für ein KMU mit 50 Nutzern kostet eine vollständige 3-2-1-1-0-Strategie 200 bis 500 € netto pro Monat — je nach Volumen und RPO. Der durchschnittliche Schaden eines nicht wiederherstellbaren Ransomware-Vorfalls liegt bei 250.000 € (Hiscox-Studie 2024). Die Rechnung ist einfach.

